Wandern - am liebsten mit Rucksack mehrere Tage am Stück auf ein bestimmtes Ziel hin und ohne vorherige Festlegung der Etappen. Ich fühle mich dann frei, abhängig vom Wetter, meiner Kondition, der Strecke und einem spontan als schön empfundenen Ort die Übernachtung auszuwählen. Die Alternative mit Vorbuchung engt mich ein, denn sie bedeutet, mich schon vorher bei der Planung festzulegen und entweder zu lange Strecken zu machen, weil ich sie nun mal so vorgebucht habe, oder zu einem Zeitpunkt mit dem Wandern aufzuhören, an dem ich mich noch gut fühle und eigentlich noch weiterwandern könnte. 

Einige meiner bisherigen Strecken:

Thüringer Rennsteig, den ich 1991/1992 in zwei Etappen gelaufen bin, da mich schlechtes Wetter auf halber Strecke zum Abbrechen gezwungen hat. Der Weg geht sehr schön über die Höhen, hatte allerdings manchmal wenig Aussichtsmöglichkeiten. Die Übernachtungsmöglichkeiten waren noch etwas knapp, sodass auch schon mal ein Abstieg ins Tal erforderlich wurde. 

 

Schwarzwald - Westweg (allerdings Einstieg bei Nagold - Alexanderschanze)

Wertheim am Main - Regensburg über Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl und das Altmühltal, wobei letzteres für Wanderer etwas langweilig, für Radfahrer aber besser geeignet ist (420 km in 10 Tagen)

Elbewanderung - Magdeburg - Lauenburg

Lüneburger Heide - Lüneburg - Inzmühlen - Celle

Rheinsteig - Wiesbaden - St. Goarshausen (105 km in drei Tagen). Es handelt sich um eine sehr anspruchsvolle Strecke mit steilen Aufstiegen und Abstiegen, die sich aber unbedingt lohnt, da berauschende Ausblicke auf den Rhein geboten werden. Wenn sich die Gelegenheit bietet, werde ich mal die weitere Strecke bis Bonn in Angriff nehmen. 

Darmstadt - Schwäbisch Hall (über Bad König - Miltenberg, dann am Limes entlang über Osterburken und Walldürn = 4,5 Tage)

Odenwald - Darmstadt - Erbach - Hirschhorn - Heiligkreuzsteinach - Waldmichelbach - Felsenmeer

entlang der Ostsee - Warnemünde - Darß-Fischland - Stralsund. Von dort ging es mit dem Zug bis nach Binz auf Rügen und von dort wieder zu Fuß entlang des Meeres (soweit möglich) bis Cap Arkona. Übernachtet habe ich in Altenkirchen. Gab am nächsten Tag aber wegen schlechten Wetters meinen Plan auf, nach Hiddensee zu wandern (natürlich mit Bootsüberfahrt) und die Insel zu erkunden. Stattdessen fuhr ich mit dem Bus nach Greifswald und entdeckte eine goldige kleine Universität, die mich an das Gymnasium in der Feuerzangelnbowle erinnerte. Ich war gerührt, die Gebäude in ihrem Urzustand angetroffen zu haben, da mein Vater dort  Ende der Zwanziger Jahre studiert hat.   

Elbsandsteingebirge

Alpenüberquerung vom Kleinwalsertal bis in die Richtung von Meran

Rund um den Watzmann habe ich in sehr guter Erinnerung, wenn auch seinerzeit schon Anfang September Schnee gelegen hat und damit der Aufstieg zur Ingolstädter Hütte erschwert wurde. Es war eine sehr schöne Wanderung von Hütte zu Hütte und zum Schluss nach dem Abstieg zum Königsee (mit mich etwas erschreckenden röhrenden Hirschen in der Nähe) noch mit einer wunderbaren Fahrt über den See verbunden. 

 

Ab Osterdienstag 2011 bin ich mit einem Freund drei Tage bei bestem Wetter auf dem Nibelungensteig im Odenwald ab Zwingenberg über Lindenfels bis Reußenkreuz gelaufen. Der Weg ist sehr anspruchsvoll, da viele Höhenmeter zu bewältigen sind, am ersten Tag 1000, am zweiten Tag 750 und für die ganze Tour von 124 km sind es 4000. Dafür ist der Odenwald wirklich sehr schön, diesen Wechsel von Wald und offener Landschaft mit Wiesen, Feldern und Streuobstwiesen mit vielen Fernblicken gibt es nicht so oft. Und die meisten Wege waren angenehm für die Füße und Gelenke, nämlich weich.  

Am letzten Oktoberwochenende 2011 habe ich mich wieder auf den Weg gemacht, die Odenwaldbahn bis Schöllenbach genommen und von dort bei gutem Wetter Richtung Amorbach losgelaufen. Obwohl es nur 30 km sind und die ca. 900 Höhenmeter der ersten Tagesetappe mich nicht unbedingt erschreckt haben, war ich doch erstaunt, wie mich dieser Wandertag gefordert hat. Die Steigungen sind nur für geübte Wanderer zu schaffen, denn es geht oft sehr steil nach oben und ich war froh, dass ich niemand mit auf diese sehr schwere Strecke genommen habe. Ich kam dann auch ziemlich spät in Amorbach an und hätte meine Pensionswirtin (Frau Schneider, Pension Wolkmannsruh) fast nicht mehr angetroffen, da sie davon ausging, dass ich nicht mehr kommen würde. Die Pension kann ich empfehlen.  

Am nächsten Tag bin ich dann noch bis Miltenberg gekommen. Diese Strecke hat zwar auch steile Anstiege, aber nicht mehr so schwierige wie am Vortag. Wunderschön ist auch dieser Teil, schon die Aussicht auf Amorbach nach dem ersten Anstieg ist einfach schön. Unterwegs gibt es auch noch eine eindrucksvolle Burgruine aus der Stauferzeit zu besichtigen (ohne Eintritt). In Miltenberg hat mich dann aber der Kulturschock getroffen mit all diesem Gewimmel der überaus zahlreichen Tagestouristen. Leider konnte ich das letzte Stück bis Freudenberg nicht mehr schaffen, da mir die Zeit weggelaufen war und ich unbedingt am Nachmittag noch einen Zug bekommen musste, um am Abend rechtzeitig im Staatstheater zu sein.  

 

Ende Mai 2011 bin ich mit meinen zwei Skatkumpels zum "Verprassen" der Skatkasse in den Hunsrück gefahren. Zunächst haben wir die steilste Eisenbahnstrecke Deutschlands (ohne Zahnrad oder Seil, aber mit 6% Steigung) ausprobiert, die von Boppard (am Rhein) in den Hunsrück hinausgeht. Haben eine Wanderung von Boppard aus gemacht und sind dann zur Schmausemühle ins Baybachtal gefahren. Von dort aus haben wir eine wunderschöne Wanderung "Traumschleifen" gemacht und sind begeistert von dem herrlichen Bachtal.

Übrigens ist das Essen in der Schmausemühle ganz hervorragend, besonders zu empfehlen ist die Kräuterforelle Müllerin.

 

Seit 10 Jahren wird immer über Fronleichnam in Tirol drei Tage lang gewandert in der Gegend von Kufstein mit einem sehr geselligen Freundeskreis mit Unterbringung auf einem herrlichen alten Bauernhof in Alleinlage. An einem Abend haben wir ein wunderbares 5-Gang-Menü gekocht und an einem weiteren Abend haben wir gegrillt. 

 

Meine längste Wanderung war vom 23. März 2010 bis zum 17. April 2010 und zwar der Jakobsweg (Camino Frances) von St. Pied de Port bis Santiago de Compostela mit knapp 800 km.

Ist alles nachzulesen in meinem Buch "Der Legionär auf dem Jakobsweg" - siehe vorhergehende Seite.

 

Seither hat mich das Jakobswegfieber gepackt und ich bin 2013 die via jacobi (den Jakobsweg durch die Schweiz) von Konstanz bis Genf gepilgert. Für die ca. 440 km habe ich zwei Wochen gebraucht und war begeistert von der landschaftlichen Schönheit der Schweiz.

Die Steigungen sind auch nicht anstrengender als auf dem Camino Frances. Die Beschilderung ist sehr gut und es gibt auch einige und sehr schöne Pilgerherbergen. Ansonsten hat mir das von einigen Bauernhöfen angebotene "Schlafen im Stroh" sehr gut gefallen.

Mein Vorhaben, auch über diesen Weg ein Buch zu schreiben, ist leider ins Stocken geraten - nicht zuletzt durch die Insolvenz des Projekte-Verlages, bei dem meine beiden bisherigen Bücher erschienen sind. Aber immerhin habe ich schon die erste Hälfe fertig und raffe mich vielleicht doch noch mal auf, den Rest fertig zu schreiben. Wäre schon schade, da ich dieses Mal auch eine Menge recht guter Fotos gemacht habe..

 

Nur für eine einwöchige Wanderung hat es im Jahr 2014 gereicht, und zwar für den Moselcamino von Koblenz bis Trier. Ein empfehlenswerter sehr schöner Weg, allerdings durch recht steile Anstiege und Abstiege durchaus anspruchsvoll. Man geht weite Strecken über die Höhen mit wunderschönen Ausblicken auf die Mosel, ist aber auch immer wieder im Tal und erlebt die eindrucksvollen Moselstädtchen. Am besten gefallen hat mir Beilstein mit seinem mittelalterlich erhaltenen Ortskern. Eine sehr nette Pilgerunterkunft hatte ich in Alken. Zwei tolle Pilgerherbergen gab es in Traben-Trarbach (Alte Lateinschule) und in Klausen (über dem Dorfladen).