Obstwasser legal herstellen

 

Die bisher im Vereinshaus der Eberstädter Streuobstwiesen-Freunde durchgeführten Vorträge und Verkostungen werden ab 2015 nur noch bei mir zu Hause (Darmstadt-Komponistenviertel) gemacht.
Der nächste findet statt am Freitag, dem 20. März 2015 von 16 bis 19 Uhr, kostet 20,- Euro. Dafür gibt es aber nicht nur Vortrag und Verkostug von mindestens 10 Sorten, sondern auch noch ein rustikales Abendessen

Übrigens gehen sämtliche Einnahmen ohne Abzug meiner Kosten als Spende an den Verein.

Anmeldungen können ab sofort über das Gästebuch oder telefonisch 06151 / 71 48 54 erfolgen. Wegen begrenzter Teilnehmerzahl wird frühzeitige Anmeldung empfohlen. 

                 

        

Seit ich 1996 durch einen Kollegen in die Geheimnisse der Herstellung von Obstbränden eingeweiht wurde, habe ich jährlich bis zu vier verschiedene Brände hergestellt und dementsprechende Vorräte aus vielen Jahren. Aus dem Schrebergarten, einer von mir betreuten Streuobstwiese und aus Wildsammlungen reicht mein Spektrum von A (wie Apfel) über Birnen, Brombeeren, Kirschen, Mirabellen, Pfirsich, Quitten und Waldhimbeeren bis Z (wie Zwetschge). Ich halte auch Vorträge über die rechtlichen Grundlagen und die praktischen Erfordernisse der eigenen Schnapsherstellung - immer kombiniert mit einer Verkostung meiner Erzeugnisse.

Ich greife mal den Vortrag mit Verkostung vom 28. April 2013 im Vereinshaus der Eberstädter Streuobstwiesenfreunde heraus. Es war eine sehr gute Stimmung und nicht nur für die Teilnehmer sehr interessant. Als Schwerpunkt waren 5 verschiedene Birnenbrände dabei, darunter eine gekaufte Edelmarke aus dem Wallis (Schweiz). Unsere einhellige Meinung war, dass der gekaufte Brand mit Hilfe von Aromen auf seinen Geschmack gebracht worden war. Auch nach zweifachem Ausspülen der Gläser hielt das intensive Aroma darin fest - mit einem normalen Brand ist das nicht zu erreichen. Bei meinen Birnenbränden war nicht der älteste auch der beste.

Bei zwei wilden Mirabellen waren zwei unterschiedliche Geschmacksschwerpunkte, wobei die eine betont nach Bittermandel schmeckte. Dieser Ton hat sich aber mittlerweile abgeschwächt.  

Als Höhepunkt hatte ich meinen ältesten Brand von 1996 dabei - Mirabelle mit Pfirsich - ein Erlebnis!!!

Der Vortrag mit Obstwasserverkostung am 25. März 2012 im Vereinshaus der Eberstädter Streuobstwiesenfreunde hat bei schönstem Sommerwetter draußen stattgefunden. Es waren 14 Teilnehmer gekommen und es war eine richtig gute Stimmung. Eine e-mail, die ich gleich am Montag bekommen habe, zeigt das wohl besonders gut:

Dein Seminar hat uns super gefallen. Ich bin eigentlich kein „Schnapstrinker“, aber Deine Obstwässer waren wirklich überzeugend. Ein spannendes – wenn auch zeitintensives – Hobby hast Du Dir da ausgesucht.  

Eine Anmerkung:

Wir haben gestern Abend Lachsnudeln mit Zwiebeln & Lauch gegessen. Normalerweise muss ich Essen nie nachwürzen. Wir, Ulli und ich, hatten aber den Eindruck, dass die intensiven Geschmackserlebnisse am Nachmittag nachwirkten. Wir mussten beide mit Pfeffer nachwürzen, damit die Nudeln nicht zu fad schmeckten.  

Liebe Grüße Dieter

Die Probe:

1. Birne                 Verein          40 %                                ?

2. Apfel                 Verein          40 %                         2007 3.Bohnapfel          Verein          40 %                         2007

4. Apfel               Schöler          38 %                         2003

5. Quitte                Verein          42 %                                ?

6. Kirsch              Schöler         38 %                         2004

7. Zwetschge, Reneklode, Mirabelle

                            Schöler          38 %                         2004

8. Zwetschgen      Verein         40 %                          2002

9.  Mirabelle        Schöler         38 %                          2004

10. wilde Mirabellen Schöler   42 %                          2011

11. Brombeere     Schöler       41 %                          2010

12. Vogelbeere mit Apfelsaft  

                              Schöler       38%                           2011

Die Hälfte der Teilnehmer fand die Vogelbeere hervorragend, die andere Hälfte zu stark im Geschmack. Wir machten dann den Versuch, die Vogelbeere mit Apfelbrand zu verschneiden und kamen zu dem verblüffenden Ergebnis, dass die andere Hälfte der Teilnehmer den Geschmack dann angenehm ausgewogen fand. Ich werde also weiter experimentieren.                                               

Das Darmstädter Echo hat am 27. März 2012 einen Artikel über die Veranstaltung im Regionalteil (Seite 13) gebracht.  

Bisher habe ich die Verkostungen immer ehrenamtlich gemacht, bin jetzt aber auch bereit, gegen Honorar zu arbeiten. Ein dreistündiger Vortrag mit Verkostung von 10 Obstwässern für 10 bis 12 Personen kostet 250,- €, zuzüglich Fahrt- und ggf. Übernachtungskosten (Kontakt bitte über Gästebuch). 

Natürlich brenne ich nicht selbst - das ist auch streng verboten - , sondern lasse diesen handwerklichen Vorgang bei einem erfahrenen und zugelassenen Brenner erledigen. Es stimmt auch nicht, dass jeder in Deutschland mit einem Kleinstgerät (Brennblase bis 0,5 l) legal brennen darf. Ein solches Gerät kann für Prüfzwecke verwendet werden, gewonnener Weingeist ist nachher aber entweder zu vernichten oder der geprüften Flüssigkeit wieder zuzusetzen. 

Eine Probe mit mir könnte aussehen, wie die oben oder unten gezeigte. Dabei bringe ich von 7 Bränden jeweils 0,2 l und von drei Bränden jeweils 0,1 l mit, die nach meinen bisherigen Erfahrungen mehr als ausreichend sind. Was übrig bleibt, nehme ich natürlich nicht mehr mit, sondern Sie können damit die Probe mit einem anderen Kreis noch einmal wiederholen oder für besondere Anlässe aufheben. 

 

 

Die Probe vom 3. April 2011 - ebenfalls im Vereinshaus (Eberstädter Streuobstwiesen):

 

 1. Birne                                            42 %                            November 2003

2. Birne                                            40%                             November 2010

3. Apfelbrand (Obsthof Löw)       42%                             ???            

4. Apfel                                            38 %                             Dezember 2003

5. Quitte mit Apfel                          41 %                            Dezember 2003

6. Quitte mit Apfel                           51 %                           Dezember 2003

7. Kirsch                                          38 %                            September 2003

8. Zwetschge                                  42 %                           Dezember 2004

9.  Mirabelle                                    38 %                            November 2004

10. Brombeere                               41 %                           November 2010

   

Im Jahr 2011 habe ich Kirschen und Wildmirabellen gesammelt in der Hoffnung, dass daraus wunderbare Obstwässer werden. In der Zwischenzeit sind beide Schnäpse gebrannt mit einem guten quantitativen, aber auch qualitativen Ergebnis. 

Ich habe ca. 45 kg Vogelbeeren gesammelt, da ich mich dieser Herausforderung stellen wollte. Die Bäume waren auch nicht zu hoch und bei gutem Fruchtbehang sind etliche der biegsamen Äste gut zu erreichen, ohne dass es zu Bruch kommt. Es ist allerdings eine ziemlich zeitaufwändige Angelegenheit mit Suchen, faule Früchtchen rauspicken, abrebeln und einmaischen von z. B. 4 Stunden für 7 kg.  Nach der Literatur soll die Gärführung schwierig sein. Von einem früheren Kollegen habe ich allerdings den Tipp bekommen, dass man Äpfel dazugeben soll, damit genug Feuchtigkeit vorhanden ist. Die Äpfel würden den Geschmack nicht wesentlich beeinträchtigen. Ich habe es noch eine Stufe schonender mit frisch gepresstem eigenem Apfelsaft gemacht. Die Folge war allerdings, dass ich dann den höheren Steuersatz für Äpfel zahlen musste. Der Brand ist sehr gut geraten und gehört jetzt zu meinen besonderen Spezialitäten.
  

Am 6. September 2011 traute ich im Garten meinen Augen nicht, dass sehr plötzlich etliche Quitten anfingen zu faulen. Ich schritt also sofort zur Ernte, schnitt die angefaulten Früchte aus und habe meinen neuen Ansatz gemacht. Es war ein ziemlich schweres Stück Arbeit, die Quitten mit der Handobstmühle zu zermahlen. Die größere Menge der guten Früchte habe ich anschließend gepflückt und bei meinem Brenner durch den Schredder gejagt. Auch hier habe ich Saft zugesetzt, damit die Vergärung besser läuft. Soweit vorhanden habe ich sogar richtigen Quittensaft genommen.

Das Ergebis riecht und schmeckt gut und wird jetzt erst einmal gut abgelagert, denn Quitte habe ich aus früheren Jahren, einen sogar, der nur mit Quitten und vollständig mit Quittensaft gemacht wurde.