Die bisher im Vereinshaus der Eberstädter Streuobstwiesen-Freunde durchgeführten Vorträge und Verkostungen werden ab 2014 nur noch bei mir zu Hause (Darmstadt-Komponistenviertel) gemacht.
Der nächste findet statt am Freitag, dem 12. Juni 2014 von 16 bis 19 Uhr, kostet 20,- Euro. Dafür gibt es aber nicht nur Vortrag und Verkostug von mindestens 10 Sorten, sondern auch noch ein rustikales Abendessen

Übrigens gehen sämtliche Einnahmen ohne Abzug meiner Kosten als Spende an den Verein.

Anmeldungen können ab sofort über das Gästebuch oder telefonisch 06151 / 71 48 54 erfolgen. Wegen begrenzter Teilnehmerzahl wird frühzeitige Anmeldung empfohlen.

 

Apfelwein leicht gemacht
                    

Hier in Südhessen liegt es ziemlich nah, wenn man viele Äpfel hat, auch mal einen Apfelwein (Äppelwoi) selber zu machen. Man braucht eigentlich nur frischen Apfelsaft und einen Gärbehälter (obendrauf ein Gärröhrchen), den man füllt und in einen ca. 20 Grad Celsius warmen Raum stellt. Alles andere passiert normalerweise dann von allein.

Man kann natürlich, um sicher zu gehen, auch Gärhefe dazu geben oder normale Backhefe, die es im Supermarkt im Kühlregal gibt.  

Beim nächsten Mal sollte man sich dann schon Gedanken über die Apfelauswahl machen, vor allem über die Zugabe von sauren Früchten wie Mostäpfel, Mostbirnen, Quitten oder Speierling.

Sehr schön ist es nach meiner Auffassung auch, wenn man mit der Zugabe anderer Früchte (Sauerkirschen, schwarze Johannisbeeren, Weintrauben, Zwetschgen) experimentiert, um eine andere Geschmacksrichtung hineinzubekommen, die Farbe zu verändern oder auch, um seine Gäste mit Neuigkeiten zu überraschen.

Ich hatte seit 2011  wunderbare Keltersaisons hauptsächlich bei mir auf der Terrasse mit der Familie, Freunden und Nachbarn.

Dabei habe ich lediglich eine händisch betriebene Obstmühle und eine gußeiserne Kelter mit bis zu 9 Liter Ausbeute. Und trotzdem haben wir damit öfter so um die 50 Liter gekeltert und einmal in Nordhessen mit ganz frisch gepflückten bzw. geschüttelten Äpfeln in 6 1/2 Stunden zu Dritt sogar über 100 Liter.  

 

Als Beispiel mal die Apfelweinprobe am 9. März 2013   


Zum Essen mein Hausschoppen 2012 / gut geraten
   
Most und alte Apfelweine:
1. Aus Äpfeln und Mostbirnen / schmeckt wie schwäbischer Moooscht                2012
2. Martins Hausschoppen (im Dezember von der Hefe)                 2010
    Erstaunlich gut, aber Altersfirn
3. Apfelwein aus Falläpfeln  /  wurde allgemein abgelehnt         (abgebaut?)                                                                                16.9.2011
4. Helmuts Hausschoppen  /  war trüb – sehr gut                            2011

Neue Apfelweine aus 2012
5. zum „Kalibrieren“: Krämers Apfelwein aus dem Odenwald    
    aus dem Fass abgefüllt – Kohlensäure und dünn – früher besser
6. Apfelwein aus Tafeläpfeln und Kelteräpfeln [Mostäpfel]  /  gut
 

7. Hausschoppen von Helmut  /  klar und gut                                   

8. Äpfel mit Zieräpfeln   (rosa)    / gut, wie richtiger Apfelwein        

9. Falläpfel mit 4% Brombeeren (rosa)  / etwas enttäuschend   

                                                                                    
10. Apfelwein mit schwarzen Johannisbeeren   
 

/  mein Lieblingsapfelwein                                                         
11. Edwins Apfelwein mit 8% Bacchus Federweißem  / sehr gut          

Zum Schluss noch ein starker aus 2011
12. stark gemischte Äpfel mit 8% amerikanischer Traube
   und 5% Quitte von Edwin   (rot)  /  traumhaft, hat sich seit dem letzten Jahr (siehe unten) noch wesentlich verbessert.
 

Mit dieser Mischung werde ich weiter experimentieren und alle mir angebotenen amerikanischen Trauben (die nicht so beliebt sind) verwerten.    

 

Besonders erfreut hat mich bei den "alten" Apfelweinen die Lagerfähigkeit von 1 1/2 Jahren, obwohl ich keinerlei Konservierungsstoffe (Schwefel) verwende und mein Keller im Sommer bis knapp über 20 Grad warm wird               

 

Im November 2011 habe ich mein Apfelweinseminar mit Verkostung für die Freunde der Eberstädter Streuobstwiesen durchgeführt. Es waren 12 sehr interessierte Teilnehmer da und es hat nicht nur ihnen gut gefallen. Es erfolgte auch ein reger Erfahrungsaustausch. Statt vieler Worte - hier die Probenliste:

                                                                                             

1. zum „Kalibrieren“: Der alte Hochstädter (SpeyerlingApfelwein)  Höhl [gut]

2. mein vorjähriger Apfelwein (ungeschwefelt) [reif, kein Abbau, schmackhaft]

3. vorjähriger Apfelwein von Helmut Schmidt (geschwefelt) [reif und gut]

4. vorjähriger Apfelwein von Dominic Stürmer (ungeschwefelt) [reif und gut]

5. Boskoop mit Zieräpfeln (rosa) [sehr schmackhaft]   29.September 2010

6. Domäne Mechtildshausen - Bioland-Apfelwein – 6,5% Alkohol [wurde überwiegend als nicht so gut abgelehnt]

7. Mostbirne Eberstädter Streuobstwiesen [interessant – nächstes Jahr mal mit Apfelwein mischen 40:60]                                          16. September 2011

 

8. Äpfel Streuobstwiese mit 10% Holzapfel       [sehr gut]    16. September 2011

 

9. neuer Apfelwein von Dominic Stürmer [gut]

 

10. Äpfel Streuobstwiese mit10% Quitten (bewährt gut)             16. September 2011

 

11. Boskoop mit 7% Brombeeren (rote Farbe) [sehr gut]          Anfang Oktober 2011

 

12. gestoppter Rauscher von Dominic Stürmer [durch das auf 7 Bar eingestellte Edelstahlfass wird der Gärstopp ausgelöst – wurde als zu süß empfunden]

 

13. stark gemischte Äpfel mit 8% amerikanischer Traube

         und 5% Quitte von Edwin Christl                             Anfang Oktober 2011

         [ungewöhnlich, aber fand Anklang]

 

 

Außer Konkurrenz nur für die Härtesten:

Apfelessig von den Streuobstwiesen aus 2010 [klar, genug Säure, schmackhaft]

Zwischenzeitlich gelingt der Apfelessig nach einer bis zu zweijährigen Reifezeit sehr gut. Wer es ausprobieren möchte, kann sich bei mir gern ein Stück Essigmutter abholen. Übrigens nehme ich für den Essig nicht mehr so guten oder "gekippten" eigenen Apfelwein und bin immer wieder erstaunt, wie gut der Apfelessig wird. 

 

In 2011 habe ich mit meiner eigenen Mostbirne experimentiert, die auf meiner Streuobstwiese steht. Der erste Versuch, den reinen Birnensaft in frischen Apfelsaft zu schütten, misslang gründlich, denn der Apfelsaft bekam Probleme mit der starken Säure bzw. der Gerbsäure und flockte aus; man konnte das Ganze dann durch ein Sieb geben und einigermaßen bereinigen. Aber jetzt war ich natürlich verunsichert und habe den Birnenmost separat vergären lassen. Der Birnenwein war durchaus trinkbar - allerdings naturtrübe. Anschließend habe ich ihn mit dem fertigen Apfelwein verschnitten und manche Mischung war nicht schlecht. Leider habe ich mir die Mischungsverhältnisse nicht gemerkt, aber das macht ja nichts, denn Verschneiden ist ja eine nette Beschäftigung.

 2012 war ein gutes Jahr, was Äpfel und auch das Keltern angeht. In der Saison habe ich fast jede Woche einmal auf unserer Terrasse gekeltert, einmal in einer Schule für mehere Klassen und zweimal im Kleingartenverein, damit die mitgärtner ihre Äpfel nicht wegwerfen. 

Wer kennt sich mit Mostbirnen aus, hat entsprechende Bäume und macht evtl. sogar noch selbst Moscht bzw. Apfelwein mit Mostbirnen???

Ich würde sehr gern Kontakt (Gästebucheintrag) aufnehmen, um mehr über diese Kunst zu erfahren, da ich noch in einem frühen Stadium des Ausprobierens bin.